Hans Konrad Escher
Linthkorrektion
Nationalunternehmung
Hochwasser im 20. Jahrhundert

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Elend am Walensee
Hochwasser! Das grosse Elend am Walensee.
«Habe wieder kein Auge zugemacht heute Nacht. Ist’s nochmals gestiegen, das Wasser? Diese Angst! Seit Tagen regnets. Die Rüfen kommen. Dem Fridolin drüben hats schon das halbe Haus weggeschwemmt. Im Garten oben ist alles verfault, wo doch sonst schon fast gar nichts mehr wächst. Früher gabs schönes Vieh auf der Allmeind. Jetzt ist Sumpf, überall Sumpf. Und alle sind elend und husten und fiebern. Grad gestern hat das Totenglöcklein wieder dreimal geläutet. Kanns noch schlimmer werden? Herrgott, wer hilft uns jetzt?»
Weesen, Spätsommer 1783.
Fiktive Darstellung des Elends am Walensee.
Anonym 1871. (Örtel 1871)

«Wassersnot»
«Wassersnot» herrschte im unteren Glarnerland, am Walensee und in der Linthebene im späten 18. Jahrhundert. Die Orte Weesen und Walenstadt wurden immer wieder überschwemmt. Ganze Landstriche wurden immer häufger überschwemmt. Sorgen um das Überleben plagten die Menschen. Auch war eine geregelte Schifffahrt auf dieser wichtigen Handelsroute nicht mehr möglich.

Die Katastrophe bahnt sich an
Das Elend hatte verschiedene Ursachen: Der Seespiegel des Walensees war im 18. Jahrhundert um mehrere Meter angestiegen. Denn die damalige Maag wurde von der Glarner Linth bei Ziegelbrücke zurückgestaut. Die Folge war ein immer weiter fortschreitender Anstieg des Walenseespiegels. Ausserdem brachte das damalige raue Klima immer wieder verheerende Hochwasser. Die Menschen waren den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert. Die Lage spitzte sich zu.

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