Woche 1: Das Linthprojekt aus der Sicht eines Zweitklässlers.
Woche 2: Holzschlag am Linthkanal (3. Etappe).
Woche 3: Als Folge der Linthsanierung muss beim F-Kanal das Bypass- Abschlussbauwerk der Linthebene-Melioration neu gebaut werden. Im Bild die fertig erstellte Baugrube.
Woche 4: Die Behördenvertreter von Schänis und Benken und die Mitglieder der Fachgruppe Umwelt werden an der ETH Zürich von den Wasserbauexperten über den Modellversuch Hänggelgiessen informiert.
Woche 5: Die Wasserflächen im Naturschutzgebiet St. Sebastian werden immer kleiner. Linth 2000 schafft im alten Linthlauf neue Gewässer für Amphibien und Libellen. Der dafür notwendige Holzschlag konnte dank des Winterwetters zügig ausgeführt werden.
Woche 6: Zur Verhinderung einer Rückwärtserosion wird am oberen Ende der Flussaufweitung Chli Gäsitschachen eine Blockrampe eingebaut.
Woche 7: Am Linthkanal befindet sich eine Population der sehr seltenen Moosart Fissidens grandifrons. Diese Population ist im Rahmen des Projektes Linth 2000 zu erhalten und zu fördern. Dank tiefem Wasserstand konnten in diesen Tagen die Bestände von Biologen aufgenommen und kartiert werden (Bild öBA).
Woche 8: Die Verlegung des F-Kanals und des rechten Hintergrabens schreitet voran. Im Bild das weitgehend fertig erstellte technische Ufer des F-Kanals im Abschnitt Grynau - Pumpwerk Uznach.
Woche 9: Am 24. Februar 2010 wurde der Escherkanal in die vorbereitete Flussaufweitung Chli Gäsitschachen umgeleitet. Dadurch können die Ufersicherungsmassnahmen am linksseitigen Längsverbau am Trockenen realisiert werden.
Woche 10: Bei der Flussaufweitung Hänggelgiessen musste wegen dem Linthprojekt ein Teil des Waldsaums des ehemaligen Altlaufes gerodet werden. Dies ist jedoch nur ein vorübergehender Zustand; mit der Renaturierung wird die Waldfläche insgesamt grösser als bis anhin.
Woche 11: Trotz Hinweisen in alten Plänen aus dem Lintharchiv ist nicht sicher, ob die Steinbuhnen im Abschnitt Biäsche - Biberlikopf noch im Boden sind (Stichwort Steinraub). Mit einer geophysikalischen Untersuchung des offenen Landstreifens auf der Südseite des Linthkanals wird daher das ganze ehemalige Buhnenfeld erhoben.
Woche 12: Letzte Betonarbeiten für das Bypass-Abschlussbauwerk der Linthebene-Melioration (vgl. auch Bild der Woche 3/2010).
Woche 13: Der verlegte F-Kanal zwischen Grynau und Pumpwerk Uznach mit Naturufer rechts und technischem Ufer links im Bauzustand.
Woche 14: Flussaufweitung Chli Gästischachen: Der rechte (alte) Damm wird zurückgebaut und der linke Damm wird verstärkt.
Woche 15: Baustellenbesuch der Linthkommission.
Woche 16: Linthingenieur Legler plante zusammen mit Prof. Culmann den Bau eines Industrie- und Schifffahrtskanals zwischen Ziegelbrücke und Grynau. Dabei waren im Gebiet des heutigen Dreieckswäldli, Bilten, der Bau einer Schleuse und einer Fabrik vorgesehen. Das Projekt Legler kam bekanntlich nicht zur Ausführung. Das Dreieckswäldi wurde in der Folge für die Entsorgung von Abfall genutzt. Diese Altlast ist nun saniert. Im Bild ein Ausschnitt aus dem Plan von Gottfried H. Legler (1870).
Woche 17: Tag der offenen Baustelle am Linthkanal (24. April 2010).
Woche 18: Nach den guten Erfahrungen in Benken wird auch in Reichenburg überschüssiger Oberboden für eine Rekultivierung verwendet (13 ha, 100'000 m3).
Woche 19: Das Kundertriet am Escherkanal mit neuem Rütelibach.
Woche 20: Das Notfallschutzkonzept des Linthwerks sieht vor, dass bei einem Hochwasserereignis die Dämme von Zivilschutzpflichtigen überwacht werden. Die Dammüberwachung wird jährlich beübt.
Woche 21: Für die Erschliessung der Anlagen des Linthkanals sind verschiedene Brücken zu erstellen. Im Bild die Schalung der neuen Brücke über den F-Kanal bei Grynau, Uznach.
Woche 22: In Giessen, Benken, wird die Baupiste beideits des Linthkanals unter der Kantonsstrassenbrücke durchgeführt. Dadurch kann die Kreuzung im Giessen vom Verkehr teilweise entlastet werden (Einbahnverkehr). Für die Baupiste muss das Vorland abgetieft werden. Dies wiederum bedient den Einbau einer temporären Spundwand.
Woche 23: Die ungedüngten Blumenwiesen entlang dem Linth- und Escherkanal sind ein grosser Naturwert in der Linthebene.
Woche 24: Hochwasser 1910 – vor genau 100 Jahren ereignete sich das seither grösste Hochwasser in unserer Region. Am Linthkanal flossen 338 m3/s ab (Pegel Biäsche), im Glarnerland überführten die Linth und viele Seitenbäche (siehe auch Bildstrecke Hochwasser).
Woche 25: Am Escherkanal wird über weite Strecken der linksseitige Damm und der Uferlängsverbau verstärkt. Die für den Uferschutz eingesetzten Blocksteine haben Gewichte von bis zu 3 Tonnen.
Woche 26: Der Grosse Moorbläuling kommt in der Linthebene nur in Riedgebieten und an den Dämmen des Escher- und Linthkanals vor. Dieser Falter ist international selten und geschützt. Die Kantone haben in der Baubewilligung entsprechende Auflagen zum Schutz der Moorbläulinge gemacht. Das Linthprojekt berücksichtigt diese Auflagen z.B. mit Schonung der äusseren Dammflächen und der Verstärkung der Dämme am Escherkanal nach innen (soweit es der Raum zulässt, vgl. Bild der Woche 25/2010). Im Bild ein Moorbläuling bei der Eiablage, fotografiert am Escherkanal (Bild A. Rotach, Juni 2009).
Woche 27: Am Linthkanal muss im Gebiet Giessen der Damm aus Platzgründen mit der Variante Materialersatz saniert werden. Dabei wird das anstehende Dammmaterial (dunkel) durch zugeführten Kiessand (hell) ersetzt.
Woche 28: Auf dem Luftbild vom Juni 2010 fliesst die Linth im Linthkanal von rechts nach links (oberhalb Grynau). Oben im Bild links sind das Zweierseeli (Kaltbrunner Ried), die neue Nebengrabenstrasse, der F-Kanal und der rechte Hintergraben erkennbar. Im Vordergrund präsentieren sich die verlandenden Gewässer des Teiches im Abschnitt. Die Fläche im Zentrum wird abhumusiert und zur Renaturierung als Riedfläche vorbereitet. Die Hochwassersicherheit des linken Hintergrabens wird durch den neuen Damm ganz unten im Bild gewährleistet.
Woche 29: Luftbild der Glarner Linthebene vom Juni 2010. Die Linth fliesst als Escher- und als Linthkanal entlang den Talflanken, die Binnengewässer Rauti und Maag sind in der Landschaft kaum sichtbar. Links im Bild die nahezu fertig erstelle Flussaufweitung Chli Gäsitschachen, welche den Fluss zumindest abschnittsweise in der Landschaft wieder erkennbar macht.
Woche 30: Luftbild der Flussaufweitung Chli Gäsitschachen vom Juni 2010, die Linth fliesst von links nach rechts. Links im Bild der Schiessplatz Walenberg, rechts die Vrenlibrücke. Die Aufweitung hat eine Länge von rund 1 km.
Woche 31: Beim Hänggelgiessen wird der ganze Oberboden (Humus) mit einer Schürfladeraupe abgetragen. Dieser Erdaushub wird anschliessend direkt in der Rekultivierung Reichenburg eingebaut (vgl. Bild der Woche 18/2010).
Woche 32: Nach der Hitzeperiode im Juli kam es in der Linthebene seit dem 22. Juli 2010 in der Linthebene immer wieder zu intensiven Niederschlägen. Die totale Niederschlagssumme bis zum 6. August 2010, gemessen bei der Baustelle, beträgt 330 mm. Somit sind in nur 2 Wochen rund 20% der jährlichen Niederschlagssumme (1600 mm) gefallen. Das Bild vom 6. August 2010 zeigt einen Blick ab der Giessenbrücke in Richtung Grynau auf die hochwasserführende Linth.
Woche 33: Nach den verschiedenen Hochwasserabflüssen der letzten Wochen bilden sich in der Flussaufweitung Chli Gäsitschachen erste Sand- und Kiesbänke.
Woche 34: Alpen-Leinkraut (Linaria alpina). Erstmals seit Generationen wächst wieder ein Alpenschwemmling an der unteren Linth. In Kiesflächen der neuen Aufweitung Chli Gäsitschachen blüht die kleine Pflanze. Das Alpen-Leinkraut ist im Hochgebirge weit verbreitet. Samen werden mit Flüssen in die Ebene verfrachtet, wo sie an geeigneten Stellen wachsen. An den Linthkanälen kam die Pflanze nicht mehr vor (Bild ANL).
Woche 35: Der Oberboden bei der Flussaufweitung Hänggelgiessen ist zwischenzeitlich abgetragen. Wegen der weiterhin nassen Witterung kann das Erdmaterial im Rekultivierungslos nicht eingebracht werden (Luftbild ANL).
Woche 36: Vor dem Bau des Linthwerks wurden die damaligen Linthläufe im Detail vermessen. Der hier gezeigte Ausschnitt aus einem Messtischplan zeigt das Gebiet Hänggelgiessen (gegenüber Bild Woche 35 gedreht; die Linth fliesst von rechts nach links). Die verschiedenen Grudstücke sind ein Hinweis dafür, dass die Linthebene auch zur damaligen Zeit genutzt wurde. Ebenfalls gut zu erkennen ist eine erste Skizze des Linthkanals.
Woche 37: Bevor Bauarbeiten im Gewässer beginnen und wenn Gewässer trocken gelegt werden, müssen diese abgefischt werden. Beim Rechten Hintergraben macht das der Fischereiverein See und Gaster unter der Leitung des kantonalen Fischereiaufsehers Weesen. Die Fische werden mit Strom betäubt, bestimmt und in einem ungestörten Abschnitt wieder ausgesetzt. Am 6. September 2010 wurden auf einem Abschnitt von rund 140 m abgefischt: 37 Bachforellen, 9 Alet, 5 Groppen, 1 Schmerle, 1 Egli und 1 geschütztes Bachneunauge. Sobald der Wasserstand im abgefischten Teil gesenkt ist, werden vom Fischereiaufseher die restlichen Lebewesen mit dem Kescher eingefangen.
Woche 38: Das geschützte Bachnneunauge: Dieses seltsame Tier lebt im weichen Schlick der Hintergräben beim Linthkanal. Es filtriert Schwebteilchen aus dem Wasser. Nach 3 – 5 Jahren bildet sich die Larve in ein erwachsenes Bachneunauge um. Es sieht aus wie ein kleiner Aal, schwimmt mit schlangenförmigen Bewegungen im Wasser und pflanzt sich fort. Das Bachneunauge steht auf der Roten Liste der Fische und Rundmäuler der Schweiz und gilt als selten. Gefahr droht ihm vor allem durch Verbauungen an Gewässern und durch Gewässerunterhalt. Durch die Verbreiterung und Strukturierung der Hintergräben wird sich die Lebenssituation des Bauchneunauges in der Linthebene verbessern.
Woche 39: Oberhalb Giessen, Benken, muss der Damm nahezu vollständig neu aufgebaut werden (Materialersatz). Dies ist erforderlich, weil die Grundwasserschutzzone der Wasserversorgung Benken kein Hinausschieben des Dammes zulässt. Spundwand und Ablenkdamm im Rechten Hintergraben dienen der Wasserhaltung. Auf dem Bild zu erkennen ist auch der Wasseraustritt aus dem Damm des Linthkanals. Dieses Wasser wird mit einem Dammfussfilter gefasst.
Woche 40: Das kiesige Flussbett der alten Linth liegt im Bereich St. Sebastian (Schänis) förmlich vor dem Betrachter. Unter einer Gras- und Bodenschicht von 10 Zentimetern kommt feiner Kies zum Vorschein. Die alte Flussschleife St. Sebastian wurde mit dem geraden Linthkanal vor 200 Jahren vom Fluss abgetrennt. Das frühere Kies blieb liegen. Im Gebiet werden zur Ergänzung der bestehenden Amphibienlaichstellen von nationaler Bedeutung neue Tümpel geschaffen. Das Kies wird für die Sanierung der Dämme am Linthkanal (Dammfussfilter) verwendet.
Woche 41: Die ehemaligen Linthkommissionsmitglieder Kaspar Rhyner (Kanton Glarus, Mitglied 1970 – 2002) und Christoph Maag (Kanton Zürich, Mitglied 1972 – 2002) besuchen das Linthprojekt. Unter der Ägide der Eidgenössischen Linthkommission wurde zwischen 1998 – 2002 das Hochwasserschutzkonzept geplant und die Neuorganisation des Linthwerks (Linthkonkordat) vorbereitet.
Woche 42: Der Linthkanal und seine Hintergräben bleiben zwischen Giessen und Grynau auch nach der Sanierung schnurgerade. Das komplexe hydraulische System, die Vorgaben für den Unterhalt, aber auch die Platzverhältnisse (Hochspannungsleitungen, Strassen) lassen keinen Spielraum für einen geschwungenen Gewässerlauf zu. Als Kompensation sieht das Linthprojekt verschiedene ökologische Ersatzmassnahmen vor. So wurden zwischen dem Kaltbrunnerriet und dem Schulreservat Benken 7.5 ha Landwirtschaftsland mit strengeren Bewirtschaftungsauflagen ins Naturschutzgebiet integriert (vernetzt); im Cholriet und im Teich im Abschnitt (links im Bild) werden neue Riedflächen geschaffen.
Woche 43: Im Auftrag der Bauunternehmung hat der Lehrverband Genie/Rettung der Armee eine Stahlträgerbrücke über den Linthkanal eingebaut. Die Brücke ist für Lasten von bis zu 40 Tonnen ausgelegt und bleibt für die nächsten zwei Jahre in Betrieb (siehe auch Bildstrecke Stahlträgerbrücke des Militärs als Baubrücke).
Woche 44: Für die Sicherheit bei einem drohenden Hochwasser ist die Linthverwaltung verantwortlich; ein entsprechendes Notfallkonzept liegt vor. Die Bauarbeiten am Linthkanal werden noch bis ins Jahr 2013 dauern. Für die Notfallplanung ist die Bauzeit eine grosse Herausforderung und betreffend Hochwassersicherheit besteht nach wie vor ein Defizit. Deshalb hat die Linthverwaltung in Zusammenarbeit mit den Führungsstäben der Kantone St. Gallen, Glarus und Schwyz Ende Oktober 2010 eine grossangelegte Notfallübung durchgeführt (siehe auch Bildstrecke Notfallübung am Linthkanal).
Woche 45: «Frauenpower» (siehe auch Bildstrecke Bauarbeiter).
Woche 46: Die Sanierungsarbeiten an den Hauptdämmen auf dem 3.4 km langen Abschnitt zwischen Giessen und Pumpwerk Uznach sind nun voll im Gange. Die Arbeiten werden in Etappen ausgeführt. Die Spundwand dient der Wasserhaltung und wird wieder entfernt.
Woche 47: Für die Umgestaltung der Mittelgerinne am Linthkanal sind derzeit zwei Musterstrecken im Bau (Los L2 und Los L4). Diese Musterstrecken werden von der Oberbauleitung zusammen mit der örtlichen Bauleitungen beurteilt. Dabei holt die Oberbauleitung vorgängig die Meinung der erweiterten Projekt- und Oberbauleitung (Bild) und der Fachgruppe Umwelt ein.
Woche 48: Ein früher Wintereinbruch bringt Schnee bis in die Niederungen (Bild vom Seeausfluss Walensee, Weesen, 26. November 2010).
Woche 49: Die nasse Witterung und der frühe Wintereinbruch schränken die Arbeiten an den Dämmen stark ein. Daher werden die Bauarbeiten auf die Umgestaltung des Mittelgerinnes konzentriert. Nach dem erneuten Schneefall anfangs Dezember mussten nun auch diese Arbeiten vorerst eingestellt werden.
Woche 50: Im Gebiet Rotbrugg bei der Autobahnüberführung Bilten - Schänis werden die Hochwasserschutzdämme des Linthkanals ebenfalls saniert. Im Bild die rund 500 m lange Dammverstärkung mit Auflastfilter zwischen Rotbrugg und St. Sebastian kurz vor dem Abschluss der Hauptarbeiten (Aufnahme von Ende November 2010).
Woche 51: Da stehen sie nun, die neuen Masten der Hochspannungsleitung Grynau - Niederurnen. Eine spezielle Ästhetik.
Woche 52: Winterpause.