Woche 1: Die Linthkorrektion, erklärt in zwei Sätzen (Prüfungsfrage Mensch und Umwelt, 5. Primarklasse Niederurnen).
Woche 2: Holzschlag am Linthkanal (4. Etappe, siehe auch Bildstrecke).
Woche 3: Erstmals seit rund 60 Jahren stehen am Linthkanal im Abschnitt Giessen - Grynau keine Bäume mehr. Das Bild der Woche ist ein Foto aus dem Lintharchiv (Hochwasser 1953). Man sieht seht gut, dass die Bäume auf dem Damm nach dem 2. Weltkrieg in Reih und Glied gepflanzt wurden.
Woche 4: Bau des neuen Zulaufs zum Pumpwerk Uznach der Linthebene-Melioration. Im Hintergrund zu erkennen sind auch das neue Abschlussbauwerk (links) sowie das Pumpwerk Uznach (rechts).
Woche 5: Verstärkung des linksseitigen Hauptdammes im Abschnitt Giessen – Grynau mit einem Auflastfilter. Der Damm des Hintergrabens (links im Bild, schneebedeckt) ist bereits ausgeführt.
Woche 6: Auch die Details müssen stimmen. Im Bild die Positionsnummer eines Bewehrungsbundes für den Zulauf des Pumpwerks Uznach (vgl. Bild der Woche 4/2011).
Woche 7: Ein Grossteil der Bagger an der Linth ist mit GPS-Sendern ausgerüstet (GPS = Global Positioning System). Dieses System erlaubt es dem Baggerführer den digitalten Plan des Projektingenieurs ohne fremde Hilfe weitgehend selbständig umzusetzen.
Woche 8: Das Wetter der letzten fünf Wochen war perfekt für die Bauarbeiten am Linthkanal: trocken und nicht zu kalt. Mit grossem Einsatz der Bauarbeiter wurde diese Phase für einen guten Baufortschritt genutzt. Im Bild Dammbauarbeiten am Linthkanal, welche nur bei trockener Witterung ausgeführt werden können.
Woche 9: Die Oberbauleitung anlässlich der Beurteilung der Musterstrecke Umgestaltung Mittelgerinne.
Woche 10: Ein wichtiger Bestandteil der ökologischen Aufwertung des Hänggelgiessens ist die Wildunterführung der Nationalstrasse. Dieses imposante Bauwerk hat 2009 und 2010 das ASTRA im Zuge der Gesamterneuerung der Nationalstrasse erstellt (vgl. auch Bild der Woche 29/2009). Die Schnittstellen zwischen Nationalstrassenprojekt und Linth 2000 sind in einer Vereinbarung geregelt. Die Umsetzung dieser Vereinbarung wurde anlässlich einer gemeinsamen Begehung geprüft (Bild).
Woche 11: Die Bauarbeiten für den neuen Zulauf zum Pumpwerk Uznach der Linthebene-Melioration sind weitgehend abgeschlossen und die Spundwände können wieder gezogen werden (vgl. auch Bild der Woche 4/2011).
Woche 12: Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der ganze Escherkanal systematisch vermessen. Diese Aufnahmen bilden die Grundlage für das nun anlaufende flussbauliche Monitoring.
Woche 13: Die Medien interessieren sich für das Linthprojekt und helfen mit, das Projekt für die Bevölkerung verständlich zu machen. Anlässlich von periodisch durchgeführten Medienorientierungen vor Ort werden einzelne Teilbaustellen im Detail erläutert (siehe auch Bildstrecke).
Woche 14: Mit dem Abtrag des Oberbodens im Gebiet Landig, Weesen/Niederurnen, haben die letzten grossräumigen Bauarbeiten begonnen. Am Linthkanal sind somit nun auf einer Gesamtlänge von rund 15 Kilometer Bauarbeiten im Gange. Der seitlich deponierte Oberboden aus der Landig wird in der Rekultivierung Reichenburg wieder eingebaut.
Woche 15: Im Gebiet Landig haben Spezialisten vor Baubeginn die in den historischen Plänen eingetragenen Buhnenfelder mit einer geophysikalischen Untersuchung erhoben (vgl. Bild der Woche 11/2010). Nach Abtrag des Oberbodens wurden keine Buhnen angetroffen. Jedoch hat ein aufmerksamer Archäologe, auch dank des sehr tiefen Wasserstandes im Linthkanal, Holzfaschinen aus der Bauzeit des Linthkanals gefunden.
Woche 16: Die Entwicklung der Linth in der Aufweitung Chli Gäsitschachen wird mit verschiedenen Untersuchungen dokumentiert (Monitoring). Regelmässig werden Querprofile vermessen. Sie erlauben, zusammen mit Berechnungen und Fotos, Aussagen über das Verhalten der Sohle und des Geschiebes. Das Erscheinen von Pflanzen, der neue Wald und ausgewählte Tierarten werden dokumentiert. Auf dem Bild sucht der Fischereiaufseher mit dem Elektrofanggerät nach jungen Forellen. Das Ergebnis: In der Aufweitung Chli Gäsitschachen haben sich bereits im ersten Winter des Bestehens Forellen erfolgreich natürlich fortgepflanzt (Bild ANL).
Woche 17: Der Altlauf der Linth bei Hänggelgiessen, Schänis, bzw. Dreieckswäldli, Bilten, wird wieder in den Flusslauf integriert. Dafür wird beidseits der bestehende Hochwasserschutzdamm um die Altlaufschlaufen verlegt. Das Luftbild vom 21. April 2011 zeigt den Altlauf beim Dreieckswäldli, Bilten. Der Wald ist gerodet und die Bauarbeiten für den neuen Hochwasserschutzdamm sind im Gange. Auf dem Bild ebenfalls gut erkennbar sind die neue Wildunterführung unter der Nationalstrasse A3 (rechts) und die fertig sanierte Altlast der ehemaligen Abfalldeponie der vormaligen Gemeinde Bilten (Teich).
Woche 18: Die eigentlichen Rekultivierungsarbeiten im Reichenburg stehen nach einer über einjährigen Bauzeit nun kurz vor dem Abschluss (Luftbild vom 21. April 2011).
Woche 19: Der Linthkanal im Abschnitt Giessen – Grynau von oben: links der Linthkanal mit den neuen Flachufern, in der Mitte der Hintergraben und der F-Kanal, rechts die Bauarbeiten (Luftbild vom 21. April 2011, siehe auch Bildstrecke).
Woche 20: Am 14. Mai 2011, fast auf den Tag genau 200 Jahre nach der Eröffnung des Escherkanals (8. Mai 1811), feierte die Linthkommission zusammen mit der Bevölkerung und den geladenen Gästen die Eröffnung des Escherkanals (siehe auch Bildstrecke).
Woche 21: Vorbereitung für die Aufnahmen von Schweiz Aktuell des Schweizer Fernsehen vom 12. Mai 2011 (zum Beitrag des SF).
Woche 22: 2. Tag der offenen Baustelle am Linthkanal am 28. Mai 2011 (siehe auch Bildstrecke).
Woche 23: Beim Verlegen der Dämme, der Seitengewässer und bei Uferabflachungen (Bild) kommen abschnittweise Torfschichten und mit Torf versetzter Aushub zum Vorschein. Der Torf hat unterschiedliche Zusammensetzungen und lässt sich nicht direkt (d.h. ohne aufwendige Aufbereitung) im Gartenbau verwenden. Torf kann nicht in Aushubdeponien abgelagert werden, weil es sonst zu Setzungen kommt. Im Projekt Linth 2000 wird der Torf auf Flächen des Linthwerks eingebaut, die später als neue Riedgebiete genutzt werden (z.B. Cholried, Teich im Abschnitt, entlang dem linken Hintergraben).
Woche 24: Seit Jahresbeginn ist es zu trocken und zu warm. Diese extreme Witterung erlaubt eine nahezu durchgehende und intensive Bautätigkeit. Im Bild Vollbetrieb bei der Dammsanierung zwischen Giessen und Hänggelgiessen.
Woche 25: Die Abflusskapazität des rechten Hintergrabens wird von 55 m3/s auf 80 m3/s erhöht. Auf der freien Strecke geschieht dies mittels Gerinneverbreiterung (vgl. Bilder der Woche 24/2011 und 46/2010). Beim Giessen ist wegen den engen Platzverhältnissen eine Verbreiterung nicht möglich, daher wird dort das Gerinne abgetieft. Dazu sind die bestehenden Mauern zu unterfangen oder – wo dies nicht machbar war – neu aufzubauen (Bild).
Woche 26: Die Flussaufweitung Hänggelgiessen am Linthkanal nimmt langsam Gestalt an (Luftbild vom 16. Juni 2011). Oben im Bild der neue Hochwasserschutzdamm, welcher um die Altlaufschlaufe herumläuft, sowie ein neuer Grundwassertümpel. Unten im Bild der bestehende Damm, welcher nun zurückgebaut werden kann.
Woche 27: Die intensiven Niederschläge vom 29. und 30. Juni 2011 führten zu Hochwasserabflüssen in den Hintergräben des Linthkanals (im Bild der rechte Hintergraben bei Giessen, Benken).
Woche 28: Der Baugrund der Linthebene ist setzungsempfindlich, vor allem in Abschnitten mit torfigem Untergrund.Die Vorschüttung für den neuen Damm des rechtsseitigen Hintergrabens führte dazu, dass die Sohle des bestehendes F-Kanals (Betonmatte) verschoben wurde. In diesen Abschnitten wird der torfige Untergrund durch Kiessand ersetzt.
Woche 29: Auch die Bunker und deren Nebenanlagen entlang dem Linthkanal sind in einem Inventar und somit grundsätzlich geschützt. Bei diesen Stellungen handelt es sich um den letzten Abschnitt der Limmatlinie. Die Limmatlinie erstreckte sich vom Becken von Sargans über Walensee – Linthkanal – Zürichsee – Limmat – Bözberg – Hauenstein bis zum Gempenplateau – mit Schwergewicht zwischen Zürichsee und Hauenstein – und war eine Art Fortsetzung der französischen Maginot-Linie. Weil der Bau der Stellungen unter hohem Zeitdruck erfolgte, nannten die Soldaten diese «Mag-I-No-Ko-Linie» (Quelle: Wikipedia). In Absprache mit dem Bund und den Kantonen wurde vereinbart, dass nur dort Bunker entfernt werden, wo es vom Linthprojekt her zwingend notwendig ist. Um einen solchen Fall handelt es sich beim Bunker im Zuflussbereich der Flussaufweitung Hänggelgiessen (Bild: Th. Ruoss).
Woche 30: Der Kanton Zürich beteiligt sich mit 10% an den Kosten des Linthprojekts, obwohl er selber nicht am Linthwerk anstösst. Die Beteiligung erlaubt es dem Kanton Zürich, Einfluss auf die wasserwirtschaftliche Lage im wichtigsten Einzugsgebiet des Zürichsees zu nehmen. Für den Kanton Zürich sind aber auch die Infrastrukturen der Linthebene (Autobahn, Eisenbahn, Hochspannungsleitungen usw.) von grosser Bedeutung. Diese Infrastruktur wird mit den Hochwasserschutzmassnahmen geschützt. Luftbild vom Juni 2010 mit dem Seedamm im Vordergrund.
Woche 31: Luftbild der Mündung des Linthkanals in den oberen Zürichsee bzw. Obersee mit der Bätzimatt und den vorgelagerten Inseln (16. Juni 2011). Vor der Linthkorrektion brachte die Linth grosse Mengen an Geschiebe in den oberen Zürichsee. Nach der Sanierung blieb dieser Sedimentnachschub, der die Flachufer gebildet hatte, weitgehend aus. Anstelle der Deltabildung haben sich die Uferlinien seither zurückgebildet. Ende des 1800 bis in die 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde dann intensiv Blausand gewonnen. Durch diese Arbeiten entstanden künstliche Inseln und ein Baggersee, was zu einem untypischen Flussdelta führt. Die Bätzimatt mit den dazugehörenden Inseln ist in der Liste der Landschaften von nationaler Bedeutung und somit im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler aufgeführt. Das Projekt Linth 2000 sieht im unmittelbaren Deltabereich keine Massnahmen vor.
Woche 32: Die Linthkorrektion bewirkte keine Verbesserung der Entwässerung der unteren Linthebene (Tuggen und Uznach). Der Linthkanal liegt in diesem Gebiet zu hoch und es kam immer wieder zu Dammbrüchen. Bereits 1827 wehrte sich die betroffene Bevölkerung in einer Protestschrift gegen das als «Nationalunternehmen» gefeierte Werk. Da eine Absenkung des Zürichsees zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich war, musste eine andere Lösung gesucht werden. Erst 1865 wurde der Bau des Linthkanals und der beiden Hintergräben zwischen Grynau und Zürichsee beschlossen. Mit dieser Vorstreckung von rund 2.6 km konnte auf einer Fläche von 1350 Hektaren der Wasserstand um 0.6 - 0.9 m abgesenkt werden (Linthingenieur Legler, 1886). Der Grundlagenplan von 1859 zeigt sehr schön die Niveauunterschiede des Tuggner Riets sowie den ungünstigen Verlauf der Alten Linth bei Grynau vor dem Bau der Vorstreckung.
Woche 33: Die nahe liegende Lösung zur Trockenlegung der unteren Linthebene ist die Absenkung des Zürichsees. Bereits während dem Bau des Linthwerks drängten die Linthkommission aber auch die Bewohner der Linthebene daher auf eine Verbesserung des Zürichseeausflusses. Dabei wurde vorgeschlagen, sämtliche Bauten bei Zürich aus der Limmat zu entfernen. Erst 1885 schlug der zürcherische Wasserbauinspektor verschiedene bauliche Massnahmen vor, welche offenbar zu einer spürbaren Verbesserung führten (Linthingenieur Legler, 1886). Die gewünschte Seeregulierung kam jedoch erst im 20. Jahrhundert zu Stande. Das Bild der Woche zeigt den Grundlagenplan von Arnold Bürkli mit der Situation bei der Bahnhofbrücke um 1864 mit den zahlreichen Bauten (v.a. Mühlen) mitten in der Limmat.
Woche 34: Im Bereich der Flussaufweitung Hänggelgiessen werden derzeit die alten Linthdämme abgetragen (Bild linker Damm). Alle Bagger sind mit GPS (Global Positioning System) ausgerüstet. Der Baggerführer sieht auf einem Monitor zentimetergenau, wieviel Material er wo auf- oder abtragen muss. Auf der Baustelle sind nirgends Markierungen, Absteckungen, Messinstrumente oder Vermesser zu sehen. Dank der modernen Technik braucht es sie nicht mehr.
Woche 35: Die vielen technischen Hilfsmittel (Global Positioning System GPS, Handy, Mails, digitale Pläne) können die Besprechungen zwischen den Verantwortlichen auf der Baustelle nicht ersetzen – im Gegenteil. Je mehr digitale Anweisungen erfolgen und je rascher der Baufortschritt ist, desto rascher und intensiver sind Koordination, Kontrolle der Ausführung und Anweisungen zur harmonischen, naturverträglichen und unterhaltsfreundlichen Gestaltung nötig.
Woche 36: Der Baugrund der Linthebene ist sehr wechselhaft und anspruchsvoll. Setzungsempfindliche Sumpfablagerungen mit zum Teil bodenlosen Torfschichten wechseln ab mit vorwiegend sandigen oder kiesigen, standfesten Ablagerungen der ehemaligen Linth. Während dem Bau werden die angetroffenen und die prognostizierten Baugrundverhältnisse laufend verglichen (Bild).
Woche 37: Das Linthprojekt soll den Hochwasserschutz in der Linthebene wieder herstellen und den Lebensraum soweit möglich aufwerten. Das Wasserbauprojekt wirkt jedoch nur in einem engen Band entlang dem Linth- und Escherkanal. Für die übergeordneten Betrachtungen haben die Regierungen der Kantone St. Gallen, Schwyz und Glarus daher das kantonsübergreifende Entwicklungskonzept Linthebene durchgeführt (www.ekl-linthebene.ch). Die Ergebnisse aus diesem Konzept fliessen nun in die kantonalen Richtpläne ein und/oder werden vom Forum Lebendiges Linthgebiet (FLL) weiter bearbeitet. Es geht dabei vor allem um die Sicherung der geschaffenenen Werte. Der Blick ab dem Damm zeigt nur allzu gut, wie bestehende Nutzungen den Handlungsspielraum begrenzen und neue Nutzungen (z.B. Überbauungen) den Schutzanspruch erhöhen (siehe auch Bildstrecke).
Woche 38: Der Biber in der Linthebene? Noch nicht. Nach Meinung von Experten breiten sich die Biber in der Schweiz weiter aus und eine Besiedelung der Linthebene gilt als sehr wahrscheinlich. Eine Delegation des Linthwerkes liess sich vom Biberbeauftragten des Bundes Spuren der Biber an Seitengräben der Thur zeigen. Die Teilnehmer kennen nun konkrete Spuren, die eine allfällige Anwesenheit von Bibern zeigen.
Woche 39: Die Renaturierungsarbeiten des Linthkanals im Gebiet Landig, Niederurnen/Weesen, stehen kurz vor dem Abschluss (vgl. auch Bild der Woche 14/2011). Auf eine Ansaat der noch unbewachsenen Flächen wird verzichtet. Für die Begrünung wird wenn immer möglich die vorhandene Wurzelschicht angelegt.
Woche 40: Am Walensee beginnen für einen Aargauer die Ferien: eine Stunde Autofahrt, Berge und See (Zitat H. Keller). Dieses Eingangstor in die Ferienwelt gerät jedoch zunehmend unter Druck. Die heute noch weitgehend freie Autobahnausfahrt bei Weesen (rechts im Bild) zieht Projekte an; als Folge davon werden bestehende Nutzungen auf bisher unverbautes Land verlegt. Wie das Luftbild vom 21. September 2011 zeigt, betrifft diese Entwicklung auch den frisch renaturierten Abschnitt des Linthkanals (links im Bild, vgl. Bild der Woche 39/2011).
Woche 41: Bei den Rekultivierungen ist das bestehende Drainagensystem durch ein neues zu ersetzen. Die ganze Wiese wird umgegraben, unzählige Rohre werden verlegt. Der enorme Aufwand für diese Zweitentwässerung ist notwendig, da ansonsten die Wiesen sehr schnell vernässen und für eine landwirtschaftliche Nutzung weitgehend unbrauchbar würden (siehe auch Bildstrecke).
Woche 42: Die Rahmenbedingungen beim Linthkanal (gerader Kanal mit wenig Gefälle, anstossend an Meliorationswerk und Hochspannungsleitungen, Landerwerb usw.) schränken den Handlungsspielraum für eine optimale Gestaltung der Gewässer stark ein. Die Anforderungen an die Ökologie werden daher von den Kantonen über das ganze Teilprojekt Linthkanal beurteilt (Ökopunkte). Dabei konnte das Linthwerk verschiedene ökologische Ersatzmassnahmen ausserhalb des Kanals einbringen. So wurde z.B. in Benken rund 6 Hektaren vernässtes Landwirtschaftsland zu Riedflächen zurückgestuft und als Reservat ausgeschieden. Die neuen Riedflächen vernetzen das Schulreservat in Benken mit dem Kaltbrunner Riet. Das Kaltbrunner Riet grenzt an die ungedüngten Dämme des Linthwerks und den Teich im Abschnitt, was insgesamt zu einer ansehnlichen Vernetzung führt.
Woche 43: Bei Ziegelbrücke mündet die Rauti in den Linthkanal. Dabei fliesst sie kurz vor der Mündung durch ein Fabrikgelände, wo sie für Stromnutzung gestaut wird. Die Rauti entspringt oberhalb von Näfels, hat eine Länge von rund 5 Kilometer und nimmt das Wasser aller linksseitigen Bäche im Glarner Unterland auf. Mit dem Neubau des Kraftwerks (Bild) wurden zwei Fischpässe gebaut. Damit konnte die Rauti nach rund 150 Jahren wieder an den Linthkanal angeschlossen werden. Das Linthwerk hat sich finanziell an diesen Fischpässen beteiligt – dies als weitere ökologische Ersatzmassnahme (vgl. zu diesem Thema auch Bild der Woche 42/2011).
Woche 44: Luftbilder aus dem Helikopter geben einen hervorragenden Überblick über die ausgeführten Massnahmen und erlauben eine gute Dokumentation des Baufortschritts.
Woche 45: Blick auf den Linthkanal vom Aussichtspunkt Sol aus. Der markante schnurgerade Linthkanal ist ein Zeichen seiner Zeit – daran ändert auch das Projekt Linth 2000 nichts. (Weitere «Halbluftbilder» siehe auch Bildstrecke)
Woche 46: Gleichzeitig mit dem Abbruch einer Fischzuchtanlage im Gäsi wurde der Seegraben auf einer Länge von rund 300 m in ein neues, renaturiertes Gerinne verlegt (hinten im Bild, kurz vor der Umleitung). Der alte Graben (vorne im Bild) bleibt als Stillgewässer erhalten.
Woche 47: Der Pegel des Linthkanals fällt seit Mitte Oktober stetig und liegt nun unter 418.00 müM., was einem Abfluss von lediglich 20 m3/s entspricht. Das trockene Wetter ist für die Bauarbeiten ideal. Das Bild zeigt den Abtrag des rechtsseitigen Hochwasserschutzdammes bei der Flussaufweitung Hänggelgiessen, das neue linksseitige Ufer (rechts im Bild) ist bereits erstellt.
Woche 48: Unfreiwilliges Baggerballett: Der linke Hauptdamm des Linthkanals wurde auf einer Länge von rund 2,4 km zwischen Giessen und Grynau nicht entsprechend den Sicherheitsvorgaben ausgeführt. Bei der Detailplanung wurde der schwierige und abschnittweise wechselnde Untergrund zu wenig berücksichtigt, so dass der eingebaute Dammfussfilter (Kiespackung) auf der Aussenseite des Dammes nicht über die erforderliche Stärke verfügt. Der Schaden wird nun behoben (siehe Medienmitteilung vom 21.11.2011).
Woche 49: Am Escher- und Linthkanal werden verschiedene Ausleitungen in die Binnenkanäle (Seegraben, Hintergräben, F-Kanal) gebaut. Dadurch wird eine gezielte Dotierung mit Wasser möglich, was sich positiv auf diese Gewässer auswirkt (vgl. auch Bildstrecke).
Woche 50: Auf den Projektabschluss hin wird auch das Linthwerk ein wenig herausgeputzt. Als erste Massnahme wurde in Ziegelbrücke das Denkmal von Hans Conrad Escher von der Linth ausgelichtet. Nun sieht man vom Denkmal aus wieder auf den Linthkanal, welcher dort vor 200 Jahren mühsam durch den Schuttfächer der Linth gegraben wurde.
Woche 51: Die Fachgruppe Umwelt ist von der Linthkommission eingesetzt und begleitet den Bau und die Endgestaltung des Escher- und des Linthkanals. Die Vertreter von Amtsstellen, Gemeinden, Umweltorganisationen, Landwirtschaft und Forst sind gut mit der Linthebene und der Region vertraut. Mit dem Abschluss des Projekts sind auch die Schutzzonen für die neuen Landschaften festzulegen (Bild). Die Fachgruppe Umwelt bemüht sich dabei, unter der Leitung der Linthverwaltung und der Umweltbaubegleitung, einvernehmliche Lösungen für die Besucherlenkung zu erarbeiten.
Woche 52: Winterpause.