DAS LINTHWERK
Weitblick hat Zukunft
Woche 1: Die Linthsanierung aus dem Welltall (Google Earth). Gut zu erkennen sind die breiteren und nach aussen verschobenen Hintergräben beim Blattübergang.
Woche 2: Die neuen Grenzen, Wasserläufe, Strassen usw. werden derzeit vermessen. Auf dem Bild sieht man den alten (schwarz) und den neuen (rot) Bestand beim Pumpwerk Uznach. Es ist darauf gut zu erkennen, wie die ganzen Anlagen um rund 30 m nach aussen verschoben wurden.
Woche 3: Die Linthebene mit dem fertig erstellen Hänggelgiessen, fotografiert ab dem Planggenstock am 12. Januar 2013 (vgl. Bildstrecke Halbluftbilder).
Woche 4: Die Wälder des Linthwerks im Gäsi, Glarus Nord, haben eine interessante Geschichte: Vor 200 Jahren war hier noch das Wasser des Walensees, bevor nach und nach der See abgesenkt werden konnte. Die Wälder wuchsen spontan, ohne Anpflanzung, auf ehemaligem Seegrund. Zur Produktion von Nutzholz wurden in den Wäldern später Fichten angepflanzt. Die ältesten Fichten sind ungefähr 120 Jahre alt. Heute haben die Artenvielfalt und der Erlebniswert gegenüber der Holzproduktion Vorrang. Das Linthwerk hat die Wälder im Gäsi und entlang dem Escherkanal als Waldreservate ausgeschieden (Ökobilanz Linth 2000). Ein Teil der Wälder wird nun in vielfältige Mischwälder mit seltenen Baumarten überführt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und eines Gutachtens werden mit dem Holzschlag nicht mehr einfach die Fichten entfernt, sondern die dicksten Bäume bleiben stehen und es wird eine Strukturvielfalt geschaffen. Der Holzschlag wird bodenschonend, ohne Einsatz von modernen Erntemaschinen und nach Möglichkeit bei gefrorenem Boden ausgeführt. Ein Teil des Holzes verbleibt im Wald. Die Entwicklung des Waldes (Artenvielfalt) wird dokumentiert. Im Wald wachsen zahlreiche junge Eiben und Eichen.
Woche 5: Wie am Escherkanal (vgl. Bild der Woche 12/2011) werden nun auch der Linthkanal und die Hintergräben systematisch vermessen. Diese Aufnahmen bilden die Grundlage für das anlaufende flussbauliche Monitoring. Das Bild zeigt einen unerschrockenen Vermesser des Tiefbauamtes des Kantons St. Gallen am Aufnehmen der Sohle des Hintergrabens (Bild P. Scherrer).
Woche 6: Nach Abschluss der Bauarbeiten wird eine Projektabschlussdokumentation erstellt. Das Bauwerk wird dabei auf den Plänen so dokumentiert, wie es gebaut wurde (d.h. inkl. Anpassungen). In der Abschlussdokumentation werden zudem die gemachten Erfahrungen und die während dem Bau getätigten Abklärungen festgehalten. Die ganze Dokumentation ist eine wichtige Grundlage für die nächsten Sanierungsarbeiten. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Situationsplan der Flussaufweitung Chli Gäsitschachen (IG LE Linth-Escherkanal).
Woche 7: Nicht nur die Pläne des ausgeführten Bauwerks werden erstellt (vgl. Bild der Woche 06/2013), es wird auch der Einfluss des Projekts auf das Grundwasser dokumentiert. Das Bild zeigt einen Planausschnitt aus dem Schlussbericht des Geologen mit den verschiedenen Messstellen im Nahbereich der Flussaufweitung Chli Gäsitschachen am Escherkanal (Piezometer und Stechpegel). Die Grundwasserpegel wurden seit 2007, d.h. vor Baubeginn, gemessen und nun für den Schlussbericht ausgewertet.
Woche 8: Mit dem Abschluss des Projektes müssen auch die Schutzzonen an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Skizze 2012 (Bild) diente der Diskussion möglicher neuer Grenzen im Hänggelgiessen. Rot ist der frühere Wald (= Altlauf Hänggelgiessen, = Schutzgebiet Hänggelgiessen) eingezeichnet. Die neue Waldfläche ist dunkelgrün gezeichnet. Blau ist die mögliche Grenze des neuen Schutzgebietes eingezeichnet. Dieses umfasst neu beide Ufer und den Wildtierdurchlass. Die definitive Abgrenzung erfolgt beim Vorliegen der Neuvermessung. Die rechtliche Festsetzung erfolgt im Kanton Glarus mit einem Regierungsratsbeschluss und in der Gemeinde Schänis im Rahmer der nächsten Revision der Nutzungsplanung.
Woche 9: Die Bagger sind noch nicht ganz verschwunden. Neben den diversen Nachbesserungs- und Abschlussarbeiten im Abschnitt Hänggelgiessen - Grynau steht die zweite Sanierungsetappe des Uferlängsverbaus bei der Grynau an. Diese Sanierungsarbeiten können nur im Winter, bei tiefem Wasserstand, ausgeführt werden. Die für den Bau ungünstige Witterung der letzten zwei Monate verzögerte den Baubeginn. Nun endlich kann mit den Arbeiten begonnen werden (Bild).
Woche 10: Am 6./7. Juni 2013 veranstaltet das Linthwerk an der Hochschule Rapperswil ein Symposium zum Projekt «Hochwasserschutz Linth 2000» (www.linthwerk-symposium.ch). Referieren werden die am Projekt beteiligten Fachleute, Vertreter der Verwaltungen sowie Mitglieder aus den verschiedenen Arbeitsgruppen. Zeitgleich erscheint eine umfassende Fachpublikation. Die zwischenzeitlich vorliegenden 34 Beiträge werden inhaltlich auf ihre Richtigkeit geprüft («Review») und in der vorbereitenden Arbeitsgruppe besprochen (Bild).
Woche 11: Das Projekt Linth 2000 sah vor, dass bei der Linthbrücke Näfels-Mollis eine Stahlschürze montiert wird (analog Linthbrüggli, vgl. Bild der Woche 7/2009). Der Kanton Glarus entschied während dem Bewilligungsverfahren jedoch, die bestehende Stahlverbundbrücke durch eine Stahlbetonbrücke zu ersetzen. Die neue Brücke berücksichtigt dabei die Vorgaben des Linthwerks an den Hochwasserschutz. Das Bild der Woche zeigt sehr schön die Schalung der hydraulisch optimierten Brückenplatte (Bild E. Grünenfelder).
Woche 12: Weil Hochdruckwetterlagen selten blieben, war der Winter auf der Alpennordseite durch viele Störungsdurchgänge geprägt. Die Niederschlagssummen waren überdurchschnittlich und die Sonne schien nur wenig (Meteoschweiz, Klimabulletin Winter 2012/2013, März 2013). Die Abschluss- und Nachbesserungsarbeiten an den Dämmen konnten daher erst anfangs März beginnen. Mit dem erneuten Wintereinbruch am 14. März 2013 mussten diese Arbeiten aber bereits nach wenigen Tagen wieder eingestellt werden. Dieser Winter zeigt, wie günstig die Witterung in den Vorjahren für die Bauarbeiten am Linthprojekt waren.
Woche 13: Am 27. März 2013 wurde das Ausleitbauwerk beim Hänggelgiessen abgenommen. Das Ausleitbauwerk besteht aus einem grossen Klappwehr (vgl. Bild der Woche 29/2012), drei Pegelmessern (1 x Linthkanal, 2 x Hintergraben) und einer Steuerung. Die recht komplexe Anlage funktioniert wie vorgegeben und konnte an das Linthwerk übergeben werden. Das Bild zeigt Anzeige und Bedienungselemente beim Steuerungskasten.
Woche 14: Am 12. März 2013 fand der Linthingenieur zufällig auf einem Estrich in Niederurnen die Noten des Linth-Eschermarsches (wahrscheinlich komponiert von F. Schlittler, Niederurnen). Die Bürgermusik Benken will diesen Marsch an der Eröffnungsfeier vom 27. April 2013 spielen. Lassen wir uns überraschen.
Woche 15: Das sanierte Linthwerk zieht aufgrund des gestiegenen Erholungswerts viele zusätzliche Besucher an. Für die Besucherlenlung wird die Linthverwaltung verschiedene Orientierungs- und Informationstafeln entlang der Wege aufstellen. Die Tafeln werden derzeit entworfen (Bild). Die Tafeln sind Teil eines Signaletikkonzepts, zu welchem auch die Stationierungen (LC-Stelen), die Bunker und die Sitzbänke gehören. Besucherlenkung erfolgt aber auch über die Anordnung der Parkplätze. Die Linthverwaltung hat in Absprache mit den Kantonen und den Gemeinden dafür ein Konzept erarbeiten lassen. Basierend auf diesem Konzept werden in den nächsten Wochen im Raum Gäsi/Escherkanal neue Parkplätze gebaut; bei der Aufweitung Hänggelgiessen wiederum wird bewusst auf einen Parkplatz verzichtet.
Woche 16: Am 18. April 2013 führte die Linthkommission eine letzte Medienorientierung durch. Sie durfte dabei den erfolgreichen Abschluss des Projekts Linth 2000 vermelden.
Woche 17: Hänggelgiessen, 24. Arpil 2013, bei schönstem Wetter: Die Leute kommen an die Linth, die Informtionstafeln und Wanderwegweiser sind bereits gestellt, die Markierung der Schutzzonen sind noch pendent. Im Hintergrund das Festzelt für die Eröffnungsfeier.
Woche 18: Am 27. April 2013 feierte das Linthwerk zusammen mit der Bevölkerung der Linthebene die Eröffnung des neuen Linthwerks. Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), beehrte das Linthwerk mit dem Besuch der offiziellen Eröffnungsfeier. Die Besucher kamen so zahlreich, dass im grossen Festzelt kein Platz mehr war. Die Feier war sehr schön und wohl für alle unvergesslich. (Bild M. Dörig) (vgl. Bildstrecke 59, Bildstrecke 60, Bildstrecke 61).
Woche 19: Die Serie «Bild der Woche» wird mit der Eröffnungsfeier vom 27. April 2013 beendet. Seit dem Spatenstich am 25. September 2008 wurden 241 «Bilder der Woche» veröffentlicht. Zusätzliche Bilder finden sich in den über 60 «Bildstrecken». Zusammen gibt dies eine hoffentlich auch für Aussenstehende interessante und aufschlussreiche Dokumentation der Realisierungszeit des Projekts Linth 2000. Als letztes Bild habe ich eine Begegnung am Rande der Eröffnungsfeier gewählt, welche den Geist des Linthprojekts sehr schön zeigt. Auf dem Bild sind (von links) Ruedi Müller, ehemaliger Besitzer der Liegenschaft Hänggelgiessen (Erworben hat das Linthwerk die Liegenschaft später von seinem Neffen), Franz Schuler, Vizekommandant der Feuerwehr Benken während dem Hochwasser 1999 und seither ein sehr konstruktiver Begleiter des Projekts (u.a. Projektleiter Benken Plus) und Walter Kühne, Rietchef der Ortsgemeinde Benken und in dieser Funktion bei der Ortsgemeinde zuständig für die Abwicklung des Landerwerbs und die Rekultivierung Benkerriet. Das Linthprojekt ist nun auch ihr Projekt und ein Teil ihrer Geschichte. Darauf haben wir angestossen. Niederurnen, 28. April 2013 Markus Jud, Linthingenieur